Faszination  Hosta

Krankheiten und Schädlinge

 

Leider bleiben auch Hostas nicht vor Krankheiten und Schädlingen verschont.

 Kennt man aber die Ursache, kann man in den meisten Fällen etwas dagegen unternehmen.

 
 

Schnecken

 

 

 

An erster Stelle der Schädlinge stehen Nacktschnecken oder auch Wegschnecken genannt.

Es gibt die rote Wegschnecke (Arion rufus), die braune Wegschnecke (Arion fuscus) und die spanische Wegschnecke (Arion vulgaris).

Besonders im Frühling treten vermehrt Tauschnecken auf. Sie sind um vieles kleiner und leben in der oberen Bodenschicht. Die ersten Fraßspuren merkt man meist an Tulpenblätter.

 

Diesem Problem kann man aber vorbeugen, indem man ab März bereits Schneckenkorn (Ferramol) streut oder  Hostas kauft, die den Tieren nicht schmecken. Dazu zählen Sorten deren Blatt eine dicke bzw. ledrige Substanz besitzen. Weiters bleiben hochwachsene Hostas (vasenförmiger Wuchs) von Schnecken verschont z.B. „Krossa Regal", „Snowden" oder „Regal Splendor".

 

Sorten mit duftenden Blüten (hoher Zuckergehalt im Blatt) sind dagegen ein Leckerbissen für die Schnecken.

Eine Auswahlhilfe bietet diese Seite.

 

Kleine Nacktschnecken sowie kleine Gehäuseschnecken nehmen normales Schneckenkorn nicht auf. Ich gebe es in eine Plastiktüte und zerkleinere es mit Nudelholz oder Fleischklopfer. In dieser Größe ausgestreut, bewahrt man seine Hosta nun auch vor den kleinsten Schnecken.

 

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Auch bei diesem Schadbild handelt es sich um Schneckenfraß. Die Tiere sind 3mm groß und kaum zu sehen. Sie nagen an der Innenseite der Blattstiele bis diese umknicken.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bernsteinschnecke (1cm) am Blattstiel

 

 

 

Dickmaulrüßler

nicht verwechseln mit Blatthornkäfer-Engerlinge

V

In den letzten Jahren hat der Blattfraß durch diesen Käfer zugenommen. Die erwachsenen Tiere sind nachtaktiv. Da könnte man die Tiere absammeln. Aber viel gefährlicher sind die Larven dieser Tiere. Ihre Fraßtätigkeit findet an den Wurzeln statt. Junge Larven haben eine Größe von nur 2mm, ausgewachsen werden sie 9-12mm. Nicht verwechseln mit den ähnlich aussehenden Engerlingen der Blatthornkäfer, die aber 1- 2cm groß werden.

 

Ein chemisches Mittel wäre z.B. Agritox. Anwendung sobald die ersten Fraßschäden auftreten. Nach Vorschrift verdünnen und um die Pflanze gießen.

 

Biologisch mit Nematoden

Der bodenbewohnende Nematode ist ein natürlicher Feind der Käferlarven. Die Nematoden suchen aktiv nach Larven und Puppen und dringen in deren Blutbahn ein. Dort vermehren sie sich und töten die Larven ab.

Bekämpfungszeiträume wäre von Anfang April - Ende Mai und von August - Mitte Oktober
Die Bodentemperatur sollte mindestens für einige Stunden am Tag über 11 °C liegen. Nematoden benötigen eine gewisse Bodenfeuchtigkeit. Daher sollte der zu behandelnde Boden vor der Ausbringung und bis zu 2 Wochen danach leicht feucht gehalten werden.

Die Nematoden werden in Tonpulver geliefert. Dieses wird in handwarmen Wasser aufgelöst, verdünnt und mit der Gießkanne ausgebracht.

Blattwanzen 

 

Diese Tiere entwickeln sich besonders gut bei Trockenheit und Wärme. Sie sind  "erdbraun" und 5-10mm lang. Bei Blattberührung lassen sie sich fallen und sind dann am Boden kaum mehr erkennbar. Bekämpfung mit Chemie ? ist nur in den frühen Morgenstunden möglich, da de Tiere dann noch klamm und unbeweglich sind. 

Ich verwende dazu eine Schmierseifenlösung 1Eßlöffel auf einen Liter Wasser.

 

Nematoden - Blattälchen

 

Aphelenchoides fragariae = pflanzenparasitische Nematoden. Nicht zu verwechseln mit den insektenparasitischen Nematoden der Gattung Heterorhabditis, die gegen die Larven des Dickmaulrüssler eingesetzt werden können.

 

Diese Tiere befallen die Pflanze vom Boden her. Sie wandern bei ausreichender Feuchtigkeit zu den Blätter hoch. Dort dringen sie durch die Spaltöffnungen in das Blattinnere ein. Die Blätter verfärben sich zuerst gelblich, später braun bis schwarz. Die Flecken sind länglich (nie rund) und genau zwischen zwei Blattadern. 

 

Tomato Ringspot Virus  -  Tomatenringfleckenvirus

Bei leichten Befall entfernen und vernichten der Blätter, bei starkem Befall ist eine Entsorgung der ganzen Pflanze zu empfehlen.

Virus X

 

Eine gefürchtete Erkrankung deren Ursprung nicht bekannt ist. Es wird angenommen, dass das Virus mit andere Pflanzen eingeschleppt wurde. 

Längs der Blattnerven erscheinen Verfärbungen. Diese fließen in das anschließendes Gewebe, so wie auslaufende Tinte auf Löschpapier.

Diese Verfärbungen können hell oder auch dunkler sein.

Das Blattgewebe sieht oft gehämmert und zerknittert aus und unterscheidet sich auch in der Stärke vom gesunden Gewebe. Auch die Blattform kann sich verändern. Meist ist das Blatt dann gewellt oder gekräuselt.

Das Virus wird durch den Pflanzensaft übertragen. Meist mechanisch via Werkzeuge (Schere, Rasenmäher usw.) und Hände - nicht durch Insekten. Im Boden kann dieser Virus nicht überleben.

Was können wir als Hosta- und Pflanzenliebhaber tun?

Befallenen Pflanzen vernichten, am besten verbrennen. Geräte, Scheren, Handschuhe, die mit der kranken Pflanze in Kontakt waren, desinfizieren.

 

Artikel von C. H. Falstad (englisch)

Hier sehen sie noch mehr Schadbilder

 

Pilzerkrankung

Diese braunen Flecken treten bei der Blattentwicklung im Frühjahr auf. Bis jetzt weiß man noch nicht genau um welchen Pilz es sich handelt. 

Die Pflanze nimmt dadurch keinen Schaden, es leidet nur die Optik.

Botrytis 

 

Entsteht meist nach Schädigung der Blätter im Frühjahr z.B. durch Spätfrost, Tierfraß usw. Feuchtes Wetter, Verletzungen des Pflanzengewebes sowie eine allgemeine Schwächung der Pflanze begünstigen diese Infektion. Die Schädigung erkennt man erst nach Wochen. 

Auch übermäßige Stickstoffdüngung, die in Kombination mit zu hohen Lufttemperaturen zur Bildung von weichem Blattgewebe führt, begünstigt einen Botrytisbefall.

Befallene Pflanze bodennah abschneiden und vernichten.

 

Chlorose

Dieses Schadbild kann mehrer Ursachen haben. Zu hoher Kalkgehalt im Boden, verdichtete Böden - kein Wasserabzug oder  Verwendung von unreifen Kompost.

Entsprechende Bodenvorbereitung, Untergrundlockerung und humusschonende Bodenpflege wirken diesem Schadbild entgegen.

Nährstoffmangel

Dieses Schadbild sieht man bei Hostas öfters. Flüssigdünger schafft hier in kurzer Zeit Abhilfe.

Drawstring Effect

Dieses Schadbild tritt meist bei weißrandigen Hostasorten auf. Der grüne Innenteil wächst schneller als der äußere Blattrand. Dadurch entsteht diese tassenförmige Wölbung der Blätter. 

Eine weitere Ursache kann ungünstige Witterung im Frühling sein, wenn sich die Blätter entrollen. 

Manche Sorten sind hier besonders anfällig (Moon Glow, Northern Halo usw.) , diese ersetze ich meist durch bessere Sorten.

Sonnenschaden 

Dieser Blattschaden entsteht bei zu sonnigem Standort.Hosta beschatten oder umpflanzen.

Ausbrennen - Zerschmelzen

Die Ursachen reichen von Frostschäden am jungen Blatt, Sonne auf feuchten, jungen Blätter bis zu Schädigung der Wachsschicht durch Ablagerung von Fremdkörper z.B. Samen, Blüten usw.
Die Folgeschäden treten erst später auf, so dass kaum mehr die Ursache festzustellen ist. Die Blätter sind durch zu hohe Düngergaben für dieses Schadbild noch empfindlicher.

Hagel

Dieses Schadbild verursachen einzelne Hagelkörner. 

 

Gegen diesen Schaden ist man machtlos. Da hilft nur Abschneiden der Blätter und eine leichte Düngergabe. Manche Sorten treiben im gleichen Jahr noch nach, manche stellen das Wachstum ganz ein. Bei einigen Sorten konnte ich eine vermehrte Blütenbildung feststellen - ohne weitere Blattbildung. 

Schaden durch Spritzmittel

Dieses Schadbild hat sich bei Hostas gezeigt, die mit Spritzmittel in Berührung kamen. 

Beispiel: Rosen werden mit einem Pilzmittel behandelt,  dieses tropft auf die darunter gepflanzte Hosta. Verstärkt wird der Schaden noch durch Sonneneinstrahlung.

 

 
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